Urban Exploring

0 comments

Der Begriff Urban Exploring – kurz UrbEx – beschreibt die Suche und das Erkunden vergessener Orte. Bei diesen sogenannten „Lost Places“ kann es sich um verlassene Wohnhäuser, um Kasernen, Fabriken, Katakomben, Tunnel, die Kanalisation und ähnliche Gebäude handeln.

 

Bradley Garrett, der 2012 mit einem Foto vom 310 Meter hohen The Shard in London selbst zu einem der bekanntesten Urban Explorer weltweit wurde, sieht die Anfänge des Genres in den 1960er-Jahren. Die Künstlergruppe Situationistische Internationale forderte eine neue Wahrnehmung der Städte. Sie suchten Wahrheiten und Abenteurer hinter den Fassaden. Die modernen Urban Explorer folgen einem Trend, der erst im letzten Jahrzehnt in den USA entstanden ist: Sie fotografieren ihre „Fundstücke“ und präsentieren sie vor allem im Internet, auf Blogs und bei Facebook oder Instagram. Die Motive von Orten, die der Öffentlichkeit ansonsten verwehrt bleiben, eröffnen neue Perspektiven auf Städte und ihre Bewohner. Als Entdecker betreten Urban Explorer nur Gebäude, die offen stehen. Sie bewegen sich dabei dennoch in einer Grauzone zwischen Hausfriedensbruch und Einbruch. Viele Künstler veröffentlichen ihre Fotografien unter einem Pseudonym. Häufig sind ihre Entdeckungen keine Zufallsfunde, sondern Ergebnis langwieriger Recherche. Zu den bekannten Größen der UrbEx-Szene zählen die Fotografen Elin Andreassen, Peter Untermaierhofer, Andy Kay, Daniel Marbaix und Daniel Barter. Die Grundregeln, nichts zu verändern und nichts mitzunehmen, werden von einigen Künstlern gebrochen. Sie fügen den Räumen Requisiten hinzu, um Kontraste herzustellen oder die Spuren möglicher Bewohner künstlich aufleben zu lassen.

Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Pin on Pinterest0Share on LinkedIn0