Teleobjektiv

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TeleobjektivFoto: „PentaxSpotmatic Vivitar400mm 1“ von Martinvl

 

Im Vergleich zu Normalobjektiven haben Teleobjektive längere Brennweiten und kleinere Bildwinkel. Sie dienen der Vergrößerung von Motiven und ermöglichen Aufnahmen in der Ferne.

 

Um weit entfernt liegende Motive aufnehmen zu können, wurden bereits im 19. Jahrhundert erste Versuche unternommen, Teleobjektive zu entwickeln. Um 1900 begannen zwei Hersteller einen Wettkampf: Dem britischen Objektivhersteller J.H. Dallmeyer gelang es, das erste Teleobjektiv herzustellen, dessen Länge geringer war als dessen Brennweite. Die Emil Busch AG übertrumpfte dieses „Adon“ mit einem lichtstärkeren Objektiv, dem sogenannten„Bis-Telar“. Das „Dallon“, das J.H. Dallmeyer daraufhin auf den Markt brachte, wurde schließlich für Jahrzehnte zum meistverkauften Teleobjektiv weltweit. Die Möglichkeit, Menschen unbeobachtet aus der Ferne zu fotografieren, beeinflusste die Fotografiebranche maßgeblich. Reisefotografen lichteten für ihre Reportagen sogar Einwohner aus Ländern ab, in denen Abbildungen von Menschen aus religiösen Gründen verboten waren. Auch künstlerische Fotografen wie Andreas Feininger widmeten sich der Entwicklung von Teleobjektiven. In den 1930er-Jahren baute er das mit 28 Zoll bis dahin größte Teleobjektiv der Welt. Einige seiner Entwürfe wurden von der Firma Liesegang industriell produziert. Teleobjektive erlauben nicht nur größere Abstände zum Motiv, sie erleichtern auch die künstliche Ausleuchtung bestimmter Motive. Im Kleinbildformat werden für Porträtaufnahmen bevorzugt Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 80 mm und 135 mm verwendet. Die geringe Schärfentiefe legt den Fokus auf das Gesicht, das verzerrungsfrei abgebildet wird. Als Standard gelten im selben Format bei Teleobjektiven Brennweiten zwischen 135 mm und 200 mm, die sich besonders für Landschafts- und Naturfotografien eignen. Als Superteleobjektive werden Objektive mit Brennweiten ab 300 mm bezeichnet. Für diese Objektive, die meist in der Tier- und Sportfotografie eingesetzt werden, empfiehlt es sich, Stative zu verwenden, um die Verwacklungsgefahr zu reduzieren. Eine Sonderbauart, mit einer Brennweite von bis zu 2000 mm, sind die Spiegellinsenobjektive. Zwar werden durch die Bauart chromatische Aberrationen gering gehalten, jedoch sind Unschärferinge sind bei diesen Objektiven nicht zu vermeiden. Der Schärfentiefebereich wird hierbei ebenfalls allein durch die Bauart bestimmt und kann nicht durch Abblenden beeinflusst werden.

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