Porträtfotografie

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Portrait

 

 

Die Porträtfotografie widmet sich Aufnahmen von Menschen, die nicht die reine Abbildung, sondern die Darstellung der Persönlichkeit des Porträtierten zum Ziel haben. Der Ausschnitt zeigt häufig den Kopf und den Oberkörper der Person. Eine weitere Variante des Genres sind Tierporträts, die die klassische Porträtfotografie zitieren.

 

Die Porträtfotografie ist eines der ältesten Genres der Fotografie. Das älteste, noch existente Porträtfoto stammt aus dem Jahr 1840. Der Wissenschaftler John William Draper lichtete damals seine Schwester ab, um chemische Lichteinflüsse auf bestimmte Substanzen zu untersuchen. Um 1850 setzte mit den sogenannten Visitenkartenporträts die Kommerzialisierung des Genres ein. Fotografen wie Franz Seraph Hanfstaengl, Julia Margaret Cameron und Lewis Carroll entwickelten das Genre als Kunstform weiter. Ende des 19. Jahrhunderts begannen Fotostudios sich auf die Porträtfotografie zu spezialisieren. Ihre Kunden stammten aus dem wohlsituierten Bürgertum und dem Adel. Die Porträtmalerei wurde verdrängt. Zu Beginn des 20. Jahrhundert prägten Fotografen wie Emil Otto Hoppé, Franz Xaver Setzer oder Madam d’Ora das Genre auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Ihre Fotografien von Künstlern, Politikern und Wissenschaftlern erlangten durch den Abdruck in Magazinen und Büchern Berühmtheit. Mit der Verbesserung des Filmmaterials konnten Fotografen Porträts auch außerhalb ihrer Studios herstellen. In den 1930er-Jahren wurden vor allem Erinnerungsporträts von Politikern, Soldaten und Familien aufgenommen. Porträts von Arbeitern und Opfern des Krieges, wie Walter Ballhause sie anfertigte, wurden im Deutschen Reich verboten. Ab 1945 setzte Walter Ballhause seine Arbeit fort. Auch andere Fotografen wie Yousuf Karsh und Stefan Moses porträtierten Opfer und Täter, Exilanten und Heimkehrer. Nicht mehr die Menschen verlangten nach Porträts, die Fotografen selbst suchten sich ihre Modelle. Mit der Entwicklung der Modeindustrie und der Zunahme von Publikationen auf dem Zeitschriftenmarkt, wurde das Genre ein wichtiger Teil von Gesellschaftsreportagen und diente zugleich der Vermarktung berühmter Persönlichkeiten. Fotografen wie Richard Avedon und Gisèle Freund gelangen sowohl emotionale Porträts unbekannter Menschen, als auch eindrucksvolle Fotografien von Prominenten. Heutzutage zählen Peter Lindbergh, Annie Leibovitz und Martin Schoeller zu den bekanntesten zeitgenössischen Porträtfotografen.

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