Polarisationsfilter

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Polarisationfilter

 

 

Ein Polarisationsfilter filtert das Licht einer bestimmten Polarisationsrichtung, um Spiegelungen und Reflektionen zu vermeiden oder zu verstärken.

 

Bereits im 19. Jahrhundert suchten Fotografen nach Möglichkeiten, Reflexionen im Bild auszuschließen. Vor allem der Versuch, Ölgemälde hinter Glas spiegelungsfrei abzulichten, machte den Einsatz polarisierender Filter notwendig. Zunächst fanden das Nicolsche Prisma oder Turmalinkristalle Verwendung. 1851 entdeckte William Bird Herapath die polarisierende Wirkung künstlicher Kristalle. Bis zur Umsetzung des Wissens in die Praxis vergingen etwa siebzig Jahre: Erst 1926 gelang es, diese Kristallblätter groß genug herzustellen, um sie für die Fotografie nutzbar zu machen. 1935 folgte Ferdinand Bauer, der monokristalline Flächenfilter aus schwefelsaurem Chinin entwickelte, deren Produktion die Firma Carl Zeiss übernahm. Zeitgleich brachte Kodak den von Edwin Herbert Land erschaffenen Vielkristallfilter (Polaroid-Filter) heraus. Alternativ zu den Kristallen wurden vier Jahre später Folienfilter aus Zellulose-Farbstoffkomplexen auf den Markt gebracht. Das menschliche Auge kann den Umstand der Polarisation nicht erfassen, ebenso wenig kann es die wellenförmige Ausbreitung des Lichts erkennen. Unpolarisiertes Licht verteilt sich gleichmäßig, enthält horizontale, vertikale und alle dazwischen angeordneten Schwingungsrichtungen. Polarisiertes Licht hingegen beschränkt sich auf bestimmte Schwingungsrichtungen und Wellen der gegenteiligen, um 90° gedrehten Polarisation sind nicht vorhanden. Bestimmte Oberflächen „bevorzugen“ eine Schwingungsrichtung, die sie reflektieren, während sie andere Richtungen absorbieren oder vernachlässigen. Der Polarisationsfilter wirkt dem entgegen und lässt, je nach Einstellung, genau diese, gebündelten Wellen einer Schwingungsrichtung nicht durch. Die Spiegelung wird reduziert, allerdings auch die Lichtmenge in ihrer Gesamtheit. Der Filtereinsatz kann durch 1 bis 1,5 Blendewerte ausgeglichen werden. Neben der Vermeidung und der Verstärkung von Reflexionen, wirkt der Polarisationsfilter auch auf die Farbwahrnehmung. Der Filter kann zum Beispiel die Grünwiedergabe verstärken oder die Sättigung des Himmelsblaus durch Zurücknahme heller Anteile potenzieren. Analoge und digitale Spiegelreflexkameras benötigen zirkulare Polarisationsfilter. Hierzu werden lineare Polarisationsfilter um eine λ/4-Verzögerungsschicht ergänzt, um falsche Messergebnisse oder Fehlfunktionen beim Autofokus zu vermeiden.

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