Modefotografie

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Modefotografie

 

 

Das Genre der Modefotografie dient in erster Linie der Werbebranche sowie dem Verkauf von Textilien und Accessoires aus dem Modebereich. Über den kommerziellen Zweck hinaus, hat sich die Modefotografie jedoch auch als Kunstform etabliert.

 

Ein Pionier der Modefotografie war Adolphe Braun, der sich von der Comtesse de Castiglione ihre Garderobe vorführen ließ und die daraus entstandenen 288 Fotografien 1856 in einem Buch veröffentlichte. 1892 folgte die erste Modestrecke in einer Zeitschrift im französischen Heft La Mode Pratique. Mit der Weiterentwicklung der Drucktechnik und der einfachen Reproduzierbarkeit der Fotografien, entdeckten unter anderem auch Harper’s Bazaar, seit 1867 auf dem Markt, und ab 1892 die VOGUE die Möglichkeiten der Modefotografie für die Magazinwelt. Es entstanden Fotostudios in Paris und Berlin, die sich auf die Modefotografie spezialisierten. Für die VOGUE, die ab 1909 bei Condé Nast erscheint, begann Baron Adolphe de Meyer Mode zu inszenieren. Ein Modefoto war nun nicht länger das Foto eines Kleids, sondern das Foto einer Frau, beschrieb der langjährige Art Director der amerikanischen VOGUE Alexander Liberman, den Wandel. Horst P. Horst, Edward Steichen, aber auch Man Ray prägten das Genre nachhaltig. Der zweite Weltkrieg veränderte die Modefotografie nicht nur stilistisch, sondern verlagerte das Zentrum von Europa nach Amerika. Fotografen wie Richard Avedon und Irving Penn setzten neue ästhetische Maßstäbe. In den 1950er- und 1960er-Jahren gelang es der europäischen Modefotografie mit Fotografen wie F.C. Gundlach, Regina Relang und David Bailey wieder an Bedeutung zu gewinnen. In den 1970er- Jahren trat die Kleidung in den Hintergrund: Fotografen wie Helmut Newton und Guy Bourdin betrachteten die Mode mit einer ironischen Distanz. In den 1980er-Jahren inszenierten Bruce Webber und Peter Lindbergh die perfekte Schönheit. Die Ära zahlreicher Supermodels wurde eingeläutet. Juergen Teller und Nick Knight lieferten in den 1990er-Jahren mit dem Heroine Look und Kate Moss einen Gegenentwurf zu dieser Ästhetik. Heute herrscht in der Modefotografie Vielfalt. Sie zeigt sich bei David LaChapelle glamourös, bei Mario Testino provokant oder bei Indlekofer & Knoepfel als lässiger Streetstyle.

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