Landschaftsfotografie

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LandschaftsfotografieBilderwelt © WhiteWall.de

 

Sowohl die belebte als auch unbelebte Umwelt des Menschen sind Themen der Landschaftsfotografie, die wiederum dem Genre der Naturfotografie zugeordnet wird. Stilistische und ästhetische Parallelen finden sich dabei auch zu den Genres der Architektur- und Stilllebenfotografie.

 

Dank seiner berühmten Aufnahmen vom Elbsandsteingebirge aus dem Jahr 1853 gilt Herrmann Krone als einer der ersten Landschaftsfotografen. Krones Augenmerkt lag dabei auf der Unberührtheit der Natur. Als „Vater der Landschaftsfotografie“ wird allerdings Ansel Adams betitelt, der rund 75 Jahre später vor allem seine Heimat Kalifornien ablichtete. Als Mitbegründer der Group f/64 (Blende 64) sah er sich der Ästhetik der reinen Fotografie (straight photography) verpflichtet. Die besondere Dramatik seiner Werke basiert auf natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen. Adams Zonensystem, durch das sich die Grauwerte im „Fine Print“ schon vor der Aufnahme festgelegen lassen, wird noch heute angewendet. Klassische Landschaftsaufnahmen werden bevorzugt in der „Golden Hour“ am frühen Morgen oder der „Blue Hour“ am frühen Abend aufgenommen. Das seitliche Licht verleiht der Landschaft Tiefe und die besonderen Lichtverhältnisse sorgen für weiche Kontraste.

In den 1970er-Jahren entwickelte sich das Genre nicht nur stilistisch weiter, auch die Industrialisierung und die vom Menschen verursachten Umweltschäden wurden zunehmend in der Landschaftsfotografie dokumentiert. Zur Stilrichtung New Topographic Movement zählen neben Werken von Henry Wessel und Stephen Shore auch konzeptuelle Arbeiten von Bernd und Hilla Becher sowie Hamish Fulton. Zu den Fotografen, die die moderne Landschaftsfotografie prägen, gehören u.a. zwei Becher-Schüler: Axel Hütte und Andreas Gursky. Hütte gestaltet seine Werke zwischen den extremen Realismus und der Romantik. Gursky, der schon in den 1980er-Jahren hauptsächlich an der Wirkung der Natur auf den Betrachter interessiert war, nutzt heute für seine subjektiv-objektiven Werke zwischen Sein und Schein die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. Seit 2000 finden sich Verfremdungen realer Landschaften in den Arbeiten vieler Künstler wieder: Sonja Braas kombiniert für die surreale Wirkung ihrer Fotografien reale Landschaftsaufnahmen mit Bildern von Modellen. Miklos Gaál wandelt reale Szenen durch extreme Unschärfen in unwirklichen Landschaftsfotografien.

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