Konzeptionelle Fotografie

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Die konzeptionelle Fotografie stellt sowohl verschiedene Künstler als auch Kunstwerk in Frage. Von Bedeutung ist dabei nicht die Umsetzung eines Künstlers oder Kunstweks , sondern die Idee beziehungsweise das Konzept dahinter. Durch den Verzicht der Gestaltung des Motivs unter ästhetischen Gesichtspunkten entsteht eine möglichst authentische Bildsprache.

 

Die Ursprünge der Konzeptkunst und damit auch der konzeptionellen Fotografie, liegen in der amerikanischen Minimal Art, die sich als Gegenbewegung zum gestischen Expressionismus zu verstehen ist. Als ein Vorläufer der konzeptionellen Fotografie, die sich erst in den frühen 1960er Jahren entwickelt hat, gilt eine Performance aus dem Jahr 1958: Der Maler Yves Klein lud Fotografen zu seiner Ausstellungseröffnung von „Le Vide“ (Die Leere) ein, um sein Werk ablichten zu lassen. In hartem Neonlicht präsentierte er dort lediglich weiße Galeriewände. Auch wenn die weißen, strukturlosen Wände nicht den Maßstäben des Kunstbetriebs entsprachen, wurden sie von vielen Fotografen abgelichtet.

Die vermeintliche Möglichkeit der Objektivität kam der Idee der konzeptionellen Fotografen, die Welt unverfälscht abbilden zu können, entgegen. Zu den Frühwerken des Genres zählt Edward Ruschas Fotobuch „Twentysix Gasoline Stations” aus dem Jahr 1963. Die Motive, 26 Tankstellen entlang der Route 66, setzte Ruscha nicht in Szene, sondern lichtete sie mit einer bewussten Gleichgültigkeit ab. Banales und Alltägliches lagen im Fokus konzeptioneller Fotografen. Douglas Huebler beschäftigte sich in seinen Arbeiten beispielsweise mit dem Phänomen der Zeit und ihre Auswirkungen auf bestimmte Objekte. Zu einem seiner bekanntesten Werke zählt die Schwarz-Weiß-Aufnahme einer nackten Frau aus den 1970er-Jahren, die mit einer Belichtungszeit von ¼ Sekunde zum Jahreswechsel entstand. So belichtete Huebler den ersten Teil des Bildes im Jahr 1973, die andere Hälfte 1974. Darüber hinaus zählen Bernd und Hilla Becher durch ihre Arbeiten und Dokumentationen von Industriebauten zu den bekanntesten deutschen Konzeptkünstlern. Die sogenannte „Becher-Schule“, die Bernd Becher ab 1976 an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte, prägte auch moderne konzeptionelle Fotografen wie Thomas Ruff und Thomas Struth. Während Ruff sich ab den 1980er-Jahren von der rein dokumentarischen Form verabschiedete, führte Struth die Idee der konzeptionellen Fotografie in die Moderne.

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