Goldener Schnitt

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Der Goldene Schnitt bringt das Verhältnis bestimmter Teilstrecken zum Ausdruck, das der Mensch als harmonisch empfindet. Dabei verhält sich die Teilstrecke a zur Teilstrecke b wie die Gesamtstrecke a+b zu a. Das ergibt die Formel a / b = ( a + b ) / a.

 

Schon die Tempelbauten der Antike entsprechen dem Goldenen Schnitt, der auch als Proportio Divina bezeichnet wird, die göttliche Proportion. Zunächst entstanden die Entwürfe der Architekten einzig aus dem Gefühl für ausgewogene Verhältnisse, die auch in der Natur und somit auch beim Menschen selbst zu finden sind. So gilt bereits die Cheops Pyramide von Gizeh (ca. 2590 – 2470 v. Chr.) nach heutigen Maßstäben als „perfekt“ proportioniert. Die Theorie vom Goldenen Schnitt stellte erstmals der griechische Mathematiker Euklid von Alexandria (ca. 360 – 280 v. Chr.) auf, als er platonische Körper dokumentierte, Körper von größtmöglicher Symmetrie (z.B. Tetraeder). Leonardo Fibonacci (ca. 1170 – 1240) vereinfachte die Berechnung durch ein Näherungsverfahren auf das Verhältnis 3:5. Die berühmteste Zeichnung zur Theorie entstand um 1490: Leonardo da Vinci schuf mit „Der vitruvianischer Mensch“ ein eindrückliches Maßsystem für den Goldenen Schnitt am Beispiel des menschlichen Körpers.

 

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In der Fotografie wird der Goldene Schnitt als Hilfsmittel eingesetzt, um einen harmonischen Bildaufbau zu erzielen. Da die zentrale Positionierung eines Motivs oft als statisch oder uninteressant empfunden wird, findet die „Drittel-Regel“ bildgestalterisch Anwendung. Mit zwei waagerechten und zwei senkrechten Linien im Verhältnis des Goldenen Schnitts wird das Bild in neun Felder aufgeteilt. Die Ausrichtung des Motivs erfolgt nun anhand der Schnittpunkte und Linien. So kann zum Beispiel der Horizont auf einer der waagrechten Linien liegen, während der Mensch im Vordergrund anhand der Senkrechten ausgerichtet wird. Geübte Fotografen nutzen das Mittel der Irritation und richten das Motiv leicht versetzt zum Raster aus, so kann die Harmonie gebrochen und eventuell zusätzliche Spannung aufgebaut werden.

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