Food-Fotografie

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Food-Fotografie

 

 

Zur Food-Fotografie zählen Aufnahmen einzelner Lebensmittel und arrangierter Speisen, aber auch Abbildungen von Kochsituationen.

 

Die Anfänge der Food-Fotografie waren geprägt von den Stillleben namenhafter Künstler des 16. und 17. Jahrhunderts. In diesem Stil fotografierte Nicéphore Niépce das erste Motiv des Genres bereits 1827. Das Kochbuch „Le Livre de cuisine“ von Jules Gouffe wurde 1867 mit 25 Aufnahmen im damals aufwendigen Farbdruckverfahren bebildert. Aufgrund der Kosten wurde das Verfahren jedoch nicht zum Standard und andere Kochbücher nutzten weiterhin Schwarz-Weiß-Fotografien zur Illustration ihrer Rezepte. Um trotz der Darstellung der Speisen in Grauwerten eine natürliche Wirkung zu erzielen, verzichteten die Fotografen zunehmend auf stilisierte Arrangements, wie sie in der Malerei üblich waren. Die gängige Perspektive war die Aufsicht. Während bis in die 1940er-Jahre aufgrund der Grobkörnigkeit des Drucks und des noch in der Entwicklung steckenden Farbfilms für Kampagnen die Malerei der Fotografie vorgezogen wurde, fand mit dem Dreischichtenfilm von Kodak auch in der Werbebranche ein Umdenken statt. Nach dem zweiten Weltkrieg gewann die Farbfotografie durch die verbesserte Farbdrucktechnik an Bedeutung und verhalf der Food-Fotografie bis heute zu großer Nachfrage. Farbige Aufnahmen entsprechen der Sehgewohnheit des Menschen, der gerade bei Lebensmittel sensibel auf Farbabweichungen reagiert. Aus diesem Grund wird in der Food-Fotografie bis heute möglichst mit natürlichem Tageslicht gearbeitet. Der Stil der Genres wandelt sich mit dem Stil der Kochkunst. Statt eines cleanen Looks, der die 1990er Jahre prägte, wird von Fotografen wie David Loftus und Oliver Hauser die Lebendigkeit des Kochens hervorgehoben. Während Haarspray, Gelatine und Silikon einst gängige Mittel waren, um Speisen für Fotografien haltbar und wirkungsvoll zu machen, wird in der modernen Food-Fotografie Wert auf natürliche und frische Zutaten gelegt. Eine Neuinterpretation erfährt das Genre seit 2000 durch Carl Werners „Foodlandscapes“. Die Nachbildungen bekannter oder surrealer Landschaften aus Lebensmitteln haben jedoch keinen Bezug zur Kochkunst.

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