Fotografen im Porträt | Claudia Drossert

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Claudia Drossert ist eine unverbesserliche Romantikerin, die mit ihren Bildern Wünsche und Sehnsüchte wecken möchte und dabei Wärme und Harmonie erzeugt. Ihre Werke sind reduziert und zurückhaltend, aber durch ihre besondere Ausstrahlung stets präsent. Durch ihr sehr bewegtes Leben, wie die Fotografin selbst sagt, hat sie gelernt ihre Emotionen und Stimmungen zu nutzen, zu lenken und letztendlich in etwas Sinngebendes und Kreatives umzuwandeln. Es war während einer Phase im Leben, in der sich die Leipzigerin neu orientieren und Altes zurücklassen musste, als ihr ihre Digitalkamera wieder in die Hände fiel. Anfangs fotografierte sie einfache Blumenmotive, doch schon bald begann sie sich intensiv mit der Theorie und Technik der Digitalfotografie auseinanderzusetzen. Nach einer Zeit des eisernen Sparens leistete sich Claudia Drossert ihre erste Spiegelreflexkamera, die Nikon D40, mit der sie bis heute fotografiert. Die Passion der Fotografin waren von Beginn an Stillleben, die sie je nach Stimmung in nostalgische Bilder verwandelt, bis sie zum Teil einen fast surrealen Charakter bekommen. Dabei bleibt jedoch der natürliche Aspekt ihrer Motive immer im Vordergrund, denn Landschaften, Blüten und die Natur sind der Kern ihrer Arbeiten und zugleich der Antrieb ihres Schaffens. Claudia Drosserts Stillleben zeigen auch, dass man mit wenig Aufwand und kleinen Gegenständen, die man zum Beispiel auf Trödelmärkten findet, wunderbare Kompositionen gestalten und fotografieren kann. Und das ohne großes Studio oder Equipment – auf die Ideen und das Vorstellungsvermögen kommt es an, von beiden hat die Leipzigerin genug.

 

Neben ihren konzeptionellen Bildern arbeitet Claudia Drossert meist intuitiv, aus ihrer jeweiligen Stimmung heraus, die immer Einfluss auf ihre Werke und die Bearbeitungstechnik hat. Aus diesem Grund kann sie oft nicht vorhersagen, was letztendlich am PC entstehen wird oder welches Motiv sie morgen oder übermorgen fotografieren oder bearbeiten wird. Jedes ihrer fertigen Werke ist ein Unikat und ein Spiegel ihrer Gefühlswelt, die sie mit anderen teilen und nicht verstecken möchte.

 

Als die Fotografin ihr erstes Bild an einen großen Konzern verkaufen konnte – und das nur ein Jahr nach ihrem Kauf der Nikon, wusste sie, dass der Weg, den sie eingeschlagen hatte, nicht nur ihren Interessen und ihrem Wesen entsprach, sondern auch noch finanziellen Erfolg bringen könnte. Durch die verschiedenen Produktionsvarianten ihrer Werke werden die Motive und die Stimmung in ihren Bildern noch besser zur Geltung gebracht. Durch den Premium-UV-Druck auf Leinwand wird das Haptische der Arbeiten gefördert und unterstrichen, die Bilder wirken fast wie nostalgische Gemälde.

 

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Wenn wir über Fotografie sprechen: Ist das für Sie Hobby oder Leidenschaft?

Meine Fotografie ist für mich ein Lebensgefühl. Ich fotografiere nahezu täglich. Es ist ein fester und wichtiger Bestandteil meines alltäglichen Lebens geworden.

 

Was hat Sie zum Fotografieren geführt, seit wann beschäftigen Sie sich bewusst mit diesem Medium?

Ernsthaftes Interesse am Fotografieren habe ich nach meiner Scheidung vor zwei Jahren entwickelt. Als ich mir meine Nikon gekauft habe, war es um mich geschehen. Kein Tag ohne ein Lächeln – kein Tag ohne ein schönes Foto. Das war meine Devise. Aber eher unterbewusst, weil es mir wirkliche Freude bereitet hat, schöne Bilder zu machen.

 

Betrachtet man Ihre Werke auf dem WhiteWall Kunstmarkt, so finden sich viele Blumen- und Blü-tenarrangements wieder – Ihr Lieblingsmotiv?

Ich interessiere mich hauptsächlich für Stillleben jeglicher Art. Wahrscheinlich liegt es daran, dass man einem Stillleben quasi überall begegnen kann. Man muss nur genau hinschauen. Ich gehe auf den Flohmarkt, suche mir ein gebrauchtes, altes Porzellanteil und setze dem etwas Neues gegenüber – ohne großen Aufwand.

 

Welches fotografische Sujet reizt Sie zudem noch?

Ich fotografiere sehr gerne Landschaften und die Natur. Am liebsten die Nord- oder Ostsee. Ich mag das raue Klima und versuche es in meinen Bildern festzuhalten. Kleine Kurztrips sind außerdem extrem wichtig für mich geworden, um immer neue Impulse zu finden. Ich finde es äußerst spannend, Landschaften nach meinen Vorstellungen zu fotografieren und dann nach meinen jeweiligen Stimmungen am PC zu bearbeiten.

 

Ihre Werke tragen alle eine recht eigene Handschrift, sie wirken sehr nostalgisch, verspielt und romantisch. Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Ein Freund hat neulich zu mir gesagt, ich würde mit meinen Bildern Harmonie schaffen. Das ist es – ich denke, ich möchte schöne, harmonische Bilder kreieren, die der Seele gut tun. Ich bin eine Romantikerin, aber achte sehr darauf, dass meine Bilder nicht kitschig sind.

 

Was muss ein professionelles Fotolabor leisten können, um Sie zu überzeugen?

Da ich überwiegend mit Texturen und Nachbearbeitung arbeite, ist mir die farbliche Wiedergabe meiner Bil-der extrem wichtig. Ein Bild, welches ich am Computer nach meinen Stimmungen bearbeite, möchte ich natürlich im Anschluss genauso auf einem fotografischen Abzug oder einer Leinwand sehen.

 

Und was hat Sie letztendlich überzeugt mit WhiteWall zusammen zu arbeiten?

Das Preis-Leistungsverhältnis und die Präsentation meiner Bilder auf WhiteWall.de sind für mich absolut überzeugend. Ich sehe ein Unternehmen, das sich ernsthaft Gedanken um Druckerzeugnisse macht und es macht einfach Spaß, mit professionellen Menschen zusammenzuarbeiten. Außerdem bin ich von der schnellen Versandzeit begeistert.

 

Ihre Arbeiten sehen tatsächlich fast aus wie gemalt, da würde sich natürlich eine Veredlung auf Leinwand besonders anbieten, oder?

Absolut – ich empfehle meinen Kunden immer zuerst einen Druck auf Leinwand. Die Struktur der Leinwand ist oft sehr passend und der nostalgische Charakter des Bildes bleibt erhalten.

 

Welche Veredelungsvarianten passen noch zu ihren Arbeiten?

Zum einen finde ich wegen der Brillanz der Farben den Fotoabzug unter Acrylglas für meine Bilder besonders geeignet. Und, was vielleicht ein bisschen ungewöhnlich klingt, ich würde mir den Druck auf Karton, auf eine Trägerplatte wünschen. So kann man beliebig Bilder aufstellen, ohne großen Aufwand. Das ist zum Beispiel für kleine Fotoserien oder Ausstellungen sehr attraktiv.

 

Wann haben Sie den Entschluss getroffen Ihre Arbeiten der WhiteWall Jury vorzustellen und den Kunstmarkt zu nutzen?

Ich biete nun seit 2010 meine Bilder über den Kunstmarkt an und es ist immer wieder spannend, ob die Jury meine Werke aufnimmt oder vielleicht nicht. Ich finde die Qualität des Kunstmarktes sehr ansprechend und mag es, dass eben nicht jedes Bild aufgenommen wird.

 

Mit welchem Kamera Equipment arbeiten Sie?

Ich fotografiere mit der Nikon D40 Spiegelreflexkamera und dem Objektiv von Sigma 18-200mm 3,5-6,3 DC Objektiv inkl. „Built-in Motor“. Ich liebe Nikon. Die Kamera ist leicht zu bedienen und liegt korrekt in meiner Hand. Wir sind das perfekte Paar!

 

Haben Sie eigentlich ein fotografisches Vorbild?

Da ich mich viel mit Stillleben beschäftige, sehe ich eher die holländischen Alten Meister als meine Vorbilder, als berühmte Fotografen.

 

Welche Ihrer Fähigkeiten nutzt Ihnen beim Fotografieren am meisten?

Ich glaube meine Kreativität.

 

Was muss man als Fotograf unbedingt können?

Geduldig sein. Das ist nicht meine Stärke, aber ich übe mich darin. Außerdem muss man sein Auge schulen.

 

Ist Fotografie ein erlernbares Handwerk oder kommt es mehr auf Talent an?

Ich sehe mich als Künstlerin. Die technische Seite meiner Fotografie ist mir eher unwichtig. Talent dagegen ist unbedingt wichtig und die Lust am Neuen auch. Es gibt das Sprichwort „Übung macht den Meister“ – das sehe ich auch so. Wenn ich die Entwicklung meiner Bilder betrachte, dann sehe ich schon, dass ich hand-werklich viel dazu gelernt habe. Außerdem muss man absolut kritikfähig sein und vor allem bleiben.

 

Welche Motive interessieren Sie überhaupt nicht?

Sportfotografie und Autos jeglicher Art.

 

Wenn Sie es sich aussuchen dürften: Gibt es ein Wunschmotiv, das Sie gerne einmal ablichten würden? Einen bestimmten Menschen, eine Situation oder eine Landschaft?

Ich möchte mal eine Portraitserie an einem Bahnhof machen. Ich finde Bahnhöfe mit all den Menschen und Emotionen extrem spannend. So viele Geschichten, die sich da jeden Tag abspielen, sind eine Fotoserie wert. Außerdem möchte ich unglaublich gern irische und englische Gärten fotografieren. Das muss für meine romantische Seele die reinste Wohltat sein.

 

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen – Wie werden Ihre Arbeiten wohl in 5 oder 10 Jahren aussehen?

Das kann ich nicht voraussagen. Wenn ich meine Bilder vom letzten Jahr ansehe, dann ist eine ganz deutli-che Veränderung sichtbar. So wird sich das von Jahr zu Jahr weiterentwickeln. Ich arbeite momentan ganz bewusst mit kräftigen Farben und Kontrasten. Vielleicht wird eine Zeit kommen, wo ich lieber in schwarz-weiß arbeite. Die Kunst ist eine Laune der Natur, sie ist eine vorübergehende Gabe, die man nicht mit Zeit berechnen kann.

 

 

Fotos: Claudia Drossert, Text: Claudia Haevernick

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