Andy Warhol | Polaroid-Sammlung

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Autor: Fabian Peters

 

Ob Schauspieler oder Rockstars, einen Gartenzwerg, heruntergekommene Gebäude oder eine verschüttete Cola-Dose: Fast schon besessen von der Polaroid-Technik knipste Andy Warhol jahrzehntelang zahllose skurrile Privataufnahmen. „Ein Foto bedeutet, dass ich von jeder Minute weiß, wo ich war“, sagte der exzentrische Pop-Art Künstler einst. Und weiter: „Deshalb mache ich Fotos. Das ist eine Art visuelles Tagebuch.“ Jetzt zeigt ein opulenter Bildband zahlreiche dieser privaten, größtenteils unveröffentlicht Aufnahmen, die in den Archiven der Andy Warhol Stiftung lagerten.

 

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Foto: The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./ Candy Darling 1969

 

Filmstars wie Jack Nicholson und Elizabeth Taylor, die Musiklegenden David Bowie, Mick Jagger und Grace Jones, der spanische Maler Salvador Dalí: Sie alle finden sich in Warhols Polaroid-Sammlung wieder. Sogar den einstigen US-Präsidenten Jimmy Carter hatte der Pop-Art-Papst vor der Linse seiner Sofortbildkamera. Aber auch vermeintlich triviale Motive wie die Lache einer verschütteten Cola-Dose, eine im Fenster flatternde Unterhose oder eine auf dem Armaturenbrett liegende Zeitung.

 

Foto: The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./ Jack Nicholson 1972

 

Am liebsten, so scheint es, fotografierte Andy Warhol jedoch vor allem eins, nämlich sich selbst. Mal bei der Arbeit, geschminkt und als Frau gekleidet, posierend mit seinem Dachshund Archie oder im Urlaub mit Mick Jagger. Ob Berühmtheiten, Alltagssituationen oder Selbstporträts: Der Bildband „Andy Warhol. Polaroids 1958 – 1987“ zeigt viele dieser teilweise signierten, teilweise amüsanten, aber auch voyeuristischen Aufnahmen und gleicht einem analogen Instagram.

 

fo_warhol_polaroids_warhol_1508191257_id_989157Foto: The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./ Andy Warhol, from Myths 1981

 

Fazit

 

Was damals, zu einer Zeit, in der Privates eigentlich noch als privat galt, scheint heutzutage alltägliches Gebaren: So hätte ein Andy Warhol an der dauerhaften Selbstinszenierung auf Facebook oder Instagram sowie der Reichweite und Geschwindigkeit der sozialen Medien sicherlich seine Freude gehabt.

Wer sich durch den 557-seitigen Bildband blättert, begibt sich auf eine virtuelle Zeitreise in die Welt des Andy Warhol und das New York der 60er bis 80er Jahre. Schumzelfaktor vorprogrammiert!

 

Richard B. Woodward, Reuel Golden (Hrsg.): „Andy Warhol Polaroids 1958 – 1987„. TASCHEN. 74,99 Euro.

 

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